IV-Steiermark fordert zum Start der neuen Gemeinderatsperiode rasche Umsetzung zentraler Standortmaßnahmen – Industrie sichert Arbeitsplätze, Forschung, Wertschöpfung und wichtige Einnahmen für die Stadt
Mit der Konstituierung des Grazer Gemeinderats beginnt eine neue politische Arbeitsperiode. Für die Industriellenvereinigung Steiermark ist damit klar: Jetzt muss aus Standortanalysen konkrete Standortpolitik werden. Graz verfügt über hervorragende Voraussetzungen als Industrie-, Forschungs- und Innovationsstadt. Dieses Potenzial müsse die neue Stadtregierung von Beginn an aktiv weiterentwickeln.
„Die nächsten fünf Jahre müssen Jahre des Gestaltens sein. Graz hat alles, was eine international erfolgreiche Innovationsstadt ausmacht. Starke Industrieunternehmen, exzellente Forschung, hervorragende Hochschulen und bestens ausgebildete Menschen sowie eine zentrale Lage in einer wachsenden Metropolregion in der Mitte Europas. Was es jetzt braucht, sind Tempo, Verlässlichkeit und eine Stadtpolitik, die Investitionen ermöglicht. Standortpolitik muss vom ersten Tag an eine zentrale Aufgabe der neuen Stadtregierung sein.“, betont Kurt Maier, Präsident der IV-Steiermark.
Industrie ist ein zentraler Wohlstandsmotor für Graz
Rund 30.000 direkte Arbeitsplätze in produzierenden Unternehmen und eine Forschungsleistung von rund 1,4 Milliarden Euro im steirischen Zentralraum unterstreichen die Bedeutung der Industrie für Graz. Darüber hinaus bildet eine starke Industriedichte das finanzielle Rückgrat der Stadt. Seit 2015 ist das Grazer Kommunalsteueraufkommen um 59 Prozent gestiegen – ein Wachstum, das wesentlich von der Industrie getragen wird.
„Industriepolitik ist damit immer auch Standortpolitik für Graz. Wer Investitionen, Forschung und hochwertige Arbeitsplätze ermöglicht, stärkt Wertschöpfung und die finanzielle Basis der Stadt. Diese Bedeutung muss sich auch in den Entscheidungen der kommenden Jahre widerspiegeln. Im ersten Schritt heißt es: Graz, mach was!“, so Maier.
Graz, mach was - Zehn Aufgaben für die ersten 100 Tage
Aus Sicht der IV-Steiermark sollte die neue Stadtregierung in den ersten 100 Tagen nach ihrem Amtsantritt folgende zentrale Standortthemen in Angriff nehmen:
- Graz international als Innovationsstadt positionieren: Start eines verbindlichen Prozesses für ein gemeinsames, international sichtbares Standortprofil und eine klare Positionierung als Zentrum für Innovation- und Technologie.
- Industrie- und Gewerbeflächen sichern: Verfügbare und potenzielle Flächen systematisch erheben und langfristig für Produktion und betriebliche Entwicklung absichern.
- Professionelles Standortmanagement einrichten: Eine zentrale Anlaufstelle für Ansiedelungen und Investitionen schaffen, die bei Standortsuche und Behördenverfahren unterstützt.
- Verfahren schneller und verlässlicher machen: Weniger Gold-Plating bei Bebauungsplänen, gesetzte Fristen einhalten und Genehmigungsprozesse konsequent beschleunigen.
- Internationales Schulangebot stärken: Das Angebot für internationale Fach- und Führungskräfte ausbauen und nach dem Vorbild Leobens einen breiten Unterstützerverein etablieren.
- Flughafen Graz besser international anbinden: Gemeinsam mit den relevanten Partnern auf die Anbindung an ein zusätzliches internationales Drehkreuz hinarbeiten.
- Wirtschaftsverkehr mitdenken: Bei Umgestaltungen im Stadtgebiet die Anforderungen von Logistik und Schwerverkehr von Beginn an berücksichtigen.
- Plabutschtunnel-Sanierung: Erarbeitung eines tragfähigen Konzepts, das Graz nicht fünf Jahre lahmlegt und auch nach Abschluss der Sanierung für Entlastung sorgt.
- Science Garden aktiv unterstützen: Die Stadt soll im Rahmen des Science Gardens mitwirken und damit Wissenschaft und Technik für junge Menschen stärker erlebbar machen.
- Kinderbildung und -betreuung ausbauen: Prioritäten in Zeiten knapper Budgets setzen und das Angebot bedarfsgerecht erweitern und dafür insbesondere auch verfügbare Mittel aus dem Zukunftsfonds nutzen.
Standortfragen ressortübergreifend lösen
Darüber hinaus sieht die IV-Steiermark weitere Themen, bei denen die neue Stadtregierung rasch Klarheit und Fortschritt schaffen sollte. Dazu zählen die konsequente Digitalisierung von Verwaltungsverfahren, eine stärkere interkommunale Kooperation im Grazer Zentralraum sowie eine aktivere Rolle von Graz innerhalb der Alpe-Adria-Region.
Entscheidend sei, diese Fragen nicht isoliert nach Ressorts zu behandeln. Wettbewerbsfähige Standorte entstehen dort, wo Flächenmanagement, Verkehr, Bildung, Verwaltung, Energie, Internationalisierung und Innovation zusammengedacht werden.
„Die neue Stadtregierung startet mit einer großen Chance. Graz muss nicht neu erfinden, worin seine Stärken liegen, denn diese sind bekannt. Jetzt geht es darum, sie zu bündeln, und die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Industrie ist bereit, gemeinsam mit der Stadt Verantwortung zu übernehmen. Unser Angebot zur Zusammenarbeit steht. Gleichzeitig ist unser Auftrag an die Politik unmissverständlich. Es gilt nicht weiter Potenziale beschreiben, sondern sie nutzen. Nicht zusätzliche Hürden zu schaffen, sondern Investitionen ermöglichen. Nicht klamme Budgets zu beklagen, sondern diese zukunftswirksam einzusetzen. Und Graz gemeinsam zu jener international sichtbaren Innovationsstadt machen, die es sein kann“, so Maier abschließend.
Das Positionspapier „Graz, mach was“ steht hier zum Download zur Verfügung.


