Die künftige Grazer Stadtregierung muss die notwendige Weiterentwicklung des Industriestandorts Graz mit seinen über 30.000 Arbeitsplätzen zur international sichtbaren Innovationsmetropole gezielt unterstützen. Welche Maßnahmen dabei Vorrang haben, hat die IV-Steiermark im Programm „Graz, mach was!“ auf den Punkt gebracht.
„Graz, mach was!“ Standort Graz muss zur sichtbaren Innovationsmetropole werden

Das Programm der IV-Steiermark, das auf Ideen und Inputs von Mitgliedern und Stakeholdern des Standort Graz fußt, bündelt konkrete Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern, die von Produktion über Verwaltung bis Bildung reichen. Für die Zukunft von Produktion im urbanen Raum braucht es etwa gesicherte Erweiterungs- und Entwicklungsperspektiven für Leitbetriebe, den Schutz von Flächen für Industrie und Gewerbe sowie die proaktive Entschärfung von Nutzungskonflikten, die bessere Infrastrukturanbindung unter Berücksichtigung von Warenströmen, Logistik und Schwerverkehr. Ein umfassendes Standortmanagement soll Ansiedelungen forcieren und bei Verfahren zwischen den verschiedenen Behörden und Abteilungen koordinierend unterstützen. Die Verwaltung soll im Sinne eines modernen Stadtmanagements Verfahren stärker digitalisieren und beschleunigen, mit dem Ziel, die Statutarstadt mit der kürzesten Verfahrensdauer zu werden. Eine wachsende Stadt wie Graz muss auch sicherstellen, dass das Angebot an Kinderbildung und -betreuung bedarfsgerecht und flächendeckend ausgeweitet wird.
Mehr Raum für Innovation
Um Innovation mehr Raum zu geben, muss Technologie, die in Graz entwickelt wird, in der Stadt schneller und vermehrt die Möglichkeit bekommen, getestet zu werden. Inkubatoren und Gründungsinitiativen sollen stärker gebündelt und die Stadt in der kommenden Gemeinderatsperiode eine anerkannte MINT-Region werden.
„Graz hat alle Voraussetzungen, sich als sichtbare Metropole für Innovation und Technologie zu positionieren. Wir brauchen jetzt eine strategische Partnerschaft zwischen Stadt und Wirtschaft sowie eine von der Stadtpolitik und -verwaltung getragene Haltung des Ermöglichens und Gestaltens“, betont IV-Steiermark Präsident Kurt Maier anlässlich der Präsentation. Die nächste Stadtregierung müsse dafür rasch die richtigen Maßnahmen umsetzen. Mit dem Programm „Graz, mach was!“ liegt dafür ein konkreter Aktionsplan am Tisch. „Graz darf nicht länger unter seinen Möglichkeiten bleiben. Graz muss jetzt seine Stärken gemeinsam, mutiger und strategisch fundiert bündeln, damit wir in die erste Reihe der europäischen Innovationsmetropolen vorstoßen können – zum Vorteil von Wohlstand, Arbeitsplätzen und Zukunft in Graz“, ergänzt IV-Steiermark Geschäftsführer Christoph Robinson.
Anspruch als Metropolregion gerecht werden
Nachdem Graz wirtschaftlicher Motor einer wachsenden Metropolregion ist, muss die Entwicklung des Standorts Graz nicht zuletzt weit über die Stadtgrenzen hinaus gedacht und gestaltet werden. Rund 520.000 Menschen leben im steirischen Zentralraum – täglich pendeln etwa 90.000 nach Graz. Daher ist es erforderlich, Flächen, Mobilität und Infrastruktur strategisch stärker gemeinsam mit den Umlandgemeinden zu steuern. Der konsequente Ausbau der Stadt-Umland-Mobilität – insbesondere der S-Bahn – ist ebenso wichtig, wie die Weiterentwicklung des Flughafens als multimodaler Verkehrshub. Die Vernetzung mit Partnern im Alpen-Adria-Raum gehört forciert.
Industrie als Lebensader der Stadt
Als Ausgangsbasis für das Papier hat sich die IV-Steiermark den Beitrag der Industrie zum Standort Graz im Detail angesehen und der Befund ist eindeutig: In Graz steckt mehr Industrie-Power, als viele glauben. Nach einer aktuellen Analyse von Joanneum Research sind bei Grazer Industriebetrieben rund 30.000 Personen direkt beschäftigt. Dazu kommen weitere indirekte Beschäftigungseffekte. Die Industrie ist daher ein bedeutender wirtschaftlicher und sozialer Stabilitätsanker für die Stadt. Die hohen Einkommen in der Industrie generieren starke Wertschöpfungseffekte. Über die Kommunalsteuer fließt ein Teil der Löhne wieder an die Stadt zurück und der Anstieg der Kommunalsteuereinnahmen in Graz ist stark industriegetrieben. Umso mehr muss die Produktion in der Stadt in Zukunft stärker in den Fokus im Grazer Rathaus rücken.
„Die Industrie ist das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt. Diese Rolle müssen wir angesichts des internationalen Wettbewerbs zukunftsorientiert weiterentwickeln. Graz hat alle Voraussetzungen, um zu einer Innovations- und Technologiemetropole zu werden. Wir wollen, dass die Stadt ihre Stärken endlich bündelt. Dafür muss die Stadtpolitik vom Verwalten ins Gestalten kommen und die Weiterentwicklung des Standorts aktiv unterstützen. Unser Maßnahmenprogramm „Graz, mach was“ ist ein konkreter Arbeitsauftrag an die künftige Stadtregierung", so Maier.
Ohne Strategie droht Verlust an Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit
Das auf Basis von Interviews mit Industriebetrieben sowie weiteren Stakeholdern im Grazer Zentralraum entwickelte Maßnahmenprogramm arbeitet die Potenziale des Standorts klar hervor: Die Forschungs-, Hochschul- und Industriestadt Graz bietet auf dichtem Raum ein attraktives Innovationsökosystem, einen erfolgreichen Produktionsstandort und Zukunftsfelder mit internationalem Potenzial – wie Mobilität, Green Tech, Life Sciences, Cybersecurity und künstliche Intelligenz. Dass Graz aber nach wie vor nur „Hidden Champion“ und nicht international sichtbare Innovations- und Technologiemetropole ist, liegt an fehlender Strategie und mangelndem gemeinsamen Zukunftsbild. Christoph Robinson: „Die Konsequenzen sind bereits spürbar. Eine Stadt, die nicht proaktiv und gemeinsam mit der Wirtschaft ihren Standort entwickelt, verliert Investitionen, Fachkräfte und Wettbewerbsfähigkeit. Das hat mittel- und langfristig Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Einkommen, Bildung und Infrastruktur. Graz muss mehr aus seinen Potenzialen machen!“


