Steiermark schließt bei Geschäftsklima wieder bei Österreichschnitt an. Exporte rückläufig. Beschäftigtenstand saldiert weiter negativ.
Die Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung zeigt eine leichte Erholung einzelner Paramater, die sich jedoch im Lichte geopolitischer Turbulenzen schnell wieder verflüchtigen kann.
„Wir sehen, dass sich in der Einschätzung unserer Betriebe das Geschäftsklima, also die Kombination von derzeitiger Geschäftslage und der Einschätzung der Lage in sechs Monaten, wieder mehr Zuversicht findet als zuletzt“, so IV-Steiermark Geschäftsführer Christoph Robinson. Der steirische Geschäftsklima-Index lag in den letzten drei Quartalen deutlich unter dem österreichischen Schnitt. Im 1. Quartal 2026 dreht er endlich ins Positive und liegt mit einem Saldo von +11 sogar leicht über dem Durschnitt Österreichs von +9,4. „Diese Entwicklung lässt sich auf stabilere Auftragsbestände zurückführen. Die Talsohle scheint durchschritten, wenn auch die Mehrheit der Betriebe in ihrer Einschätzung neutral bleibt“, ergänzt Robinson.
Internationale Wettbewerbsfähigkeit bleibt Gradmesser
Im Detail geben 47 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass die derzeitige Geschäftslage durchschnittlich einzuordnen ist, 33 Prozent sind positiv gestimmt. Der Index saldiert somit bei +13 nach +4 im Vorquartal. Als stabil wird der aktuelle Auftragsbestand eingestuft, der nach +7 im QIV 2025 auf +8 im QI 2026 zu liegen kommt. „Dass unsere Betriebe trotz Stabilisierung weiterhin massiv unter Druck stehen, zeigt uns leider sehr deutlich die Einschätzung der Exporte,“ gibt sich Robinson besorgt. Hier rutscht der Index von +21 im Vorquartal auf +4 zurück. Robinson führt aus, dass „über 60 Prozent der Betriebe nur von einer durchschnittlichen Lage bei den Auslandsaufträgen sprechen und der zuletzt positive Impuls nicht verfestigt werden konnte. Das resultiert einerseits aus geopolitischen Unsicherheiten, andererseits aber daraus, dass die Unternehmen aufgrund der hohen Kosten am Standort Österreich im internationalen Wettbewerb weiterhin stark unter Druck sind.“ Die Kostenproblematik zeigt sich auch in der anhaltend schwachen Ertragslage. Mit einem Saldo von -20 nach zuletzt -17 und -11 im Vergleichsquartal 2025 bleibt der Index konstant im negativen Bereich.
Zaghafter Optimismus für den Frühsommer
Positiver stellt sich der Trend jeweils bei Produktionstätigkeit und Produktionskapazität in den kommenden drei Monaten dar. Bei beiden Indizes sprechen 26 Prozent der Umfrageteilnehmer von einer Steigerung. Die Mehrheit geht zwar von einer gleichbleibenden Entwicklung aus, die Saldi bewegen sich aber in die positive Skala (Produktionstätigkeit + 11 und Produktionskapazität +14).
Leichte Entspannung, wenn auch auf nach wie vor niedrigem Niveau, lässt die Veränderung des Beschäftigtenstands in den kommenden drei Monaten verorten. Der Saldo liegt nach zuletzt -31 bei -9. 19 Prozent der Befragten gehen von einem Personalaufbau aus, das waren im Vorquartal lediglich 2 Prozent. Wermutstropfen bleibt, dass knapp ein Drittel der befragten Betriebe (28 Prozent) weiter mit Personalabbau rechnet.
„Gerne würden wir von einem Durchatmen im Zusammenhang mit der konjunkturellen Lage sprechen, aber die Situation ist mehr als fragil. Die Unternehmen brauchen umso mehr die richtigen Entscheidungen für den Standort, vor allem maßvolle KV-Abschlüsse, die rasche Umsetzung des Industriestrompreises und ernsthafte Entbürokratisierung wie durch ein „Stop the Clock“-Verfahren für die Entgelttransparenzrichtlinie. Um die leichte Erholung nutzen zu können, ist für die Industrie Rückenwind am Standort erforderlich – von der Landes- bis zur europäischen Ebene“, betont der IV-Steiermark Geschäftsführer.
Zur Befragungsmethode der IV-Konjunkturumfrage
Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt folgende Methode zur Anwendung: den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungs-gewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, sodann wird der konjunktursensible „Saldo“ bzw. „Index“ aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.


