Zuletzt positive Signale trüben sich erneut ein. Rückgang bei der Beschäftigung, hingegen leichter Aufwärtstrend bei den Exporten. Ausblick auf das verbleibende Jahr 2026 verhalten.
Die Prognosen der 40 steirischen Betriebe, die an der aktuellen IV-Konjunkturumfrage teilgenommen haben, bleiben durchwachsen. Der zuletzt positivere Trend will sich nicht verfestigen. „Das Geschäftsklima, also die Kombination aus aktueller Geschäftslage und Halbjahresausblick, rutscht von einem Saldo im Vorquartal von +11 auf +0,5 und liegt damit unter dem Österreichschnitt von +2,3. Negativtreiber ist vor allem der verhaltene Ausblick auf die Auslastung in den kommenden Monaten,“ so Christoph Robinson, Geschäftsführer der IV-Steiermark.
Geschäftslage nachlassend, aktuelle Aufträge gelichbleibend, Exporte verbessert
Im Vorquartal haben 33 Prozent der Befragten von einer guten Geschäftslage gesprochen, drei Monate später teilen nur noch 11 Prozent diese Einschätzung. Der Index saldiert somit nach zuletzt + 13 nur noch bei +1. Die überwiegende Mehrheit (79 Prozent der Befragten) schätzt die Lage als durchschnittlich ein. Ein sehr vergleichbares Bild zeigen die derzeitigen Auftragsbestände. Auch hier sprechen 72 Prozent der Befragten von einer durchschnittlichen Situation. Zu einem Index von +16 nach zuletzt +8 trägt eine Verschiebung der negativen Einschätzungen bei. 6 Prozent beurteilen die Lage als schlecht, zuletzt waren es noch 18 Prozent.
Ein kleiner Lichtblick ist laut Robinson der aktuelle Index der Auslandsaufträge: „Die Steiermark kann ihre Exportstärke vereinzelt wieder besser nutzen. Auch wenn die Mehrheit der Befragten abermals nur von durchschnittlichen Entwicklungen spricht (69 Prozent), reduzieren sich die schlechten Bewertungen von 17 Prozent der Befragten im ersten Quartal des Jahres auf 7 Prozent im zweiten.“
Blick aufs nächste Quartal unterdurchschnittlich
Kein rechtes Durchatmen will auch in den kommenden drei Monaten aufkommen. Sowohl Produktionstätigkeit als auch die Auslastung der Produktionskapazität saldieren negativ nach zuletzt positiven Werten. Und auch hier sind es nicht die starken negativen Eindrücke, sondern vielmehr gleichbleibende Prognosen auf niedrigem Niveau von jeweils dreiviertel der Befragten. Die Indizes Produktionstätigkeit in drei Monaten und Auslastung der Produktionstätigkeit saldieren bei -6 bzw. -4.
Auch beim Beschäftigtenstand setzt sich die durchschnittliche Beurteilung fort und dennoch gibt es einen deutlich negativeren Saldo als zuletzt (-34 nach -9). Dafür ist vor allem die Einschätzung Personal aufzubauen verantwortlich. Lediglich ein Prozent der befragten Betriebe plant bis Herbst neue Mitarbeitende einzustellen, zuletzt waren es noch 19 Prozent. Und auch der Blick bis zum Jahresende folgt dem Trend. 77 Prozent prognostizieren eine gleichbleibende Geschäftslage, der Saldo rutscht ins Negative mit -1 nach zuletzt +9.
„Durchschnitt ist für uns als steirische Industrie klar zu wenig. Das betrifft nicht nur die Konjunktur, sondern auch die Maßnahmen der Politik zur Stärkung des Industrie-standorts. Diese sind leider auch nur als durchschnittlich einzustufen. Uns fehlen ambitionierte und substanzielle Strukturreformen. Nur damit werden wir die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich verbessern und uns wieder auf einen überdurchschnittlichen Pfad bringen können,“ so Robinson.
Zur Befragungsmethode der IV-Konjunkturumfrage
Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt folgende Methode zur Anwendung: den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungs-gewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, sodann wird der konjunktursensible „Saldo“ bzw. „Index“ aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.


