Lehren und Lernen 4.0: IV-Steiermark fördert mit „digiTalente Styria“ die Digitalisierung im Unterricht

Digitalisierung bietet Chance auf individuelle Lernwege – „digiTalente Styria“ zeigt mit Good Practice Beispielen, wie die Praxisanwendung gelingen kann. Zum Stellenwert von Digitalisierung beim Lernen geben die Digital Natives Pirker und Koch Einblick. IV-Steiermark mit neuem Coding-Workshop-Angebot für Pädagoginnen und Pädagogen.

Digitalisierung im Unterricht wird gerne als reine Zukunftsvision verstanden und darauf reduziert, dass Jugendliche einfach mittels Tablet Wissen und Informationen aufnehmen bzw. abrufen. Dass dieser Erklärungsversuch deutlich zu kurz greift und vor allem die zentralste Ebene – jene der sozialen Interaktion mit den Lehrenden – ausklammert, nimmt das Symposion „digiTalente Styria“ der IV-Steiermark zum Anlass.

Pädagogen sind der Kern, Digitalisierung ein Werkzeug
Zum zweiten Mal lädt die IV-Steiermark in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule und der Bildungsdirektion für Steiermark interessierte Pädagoginnen und Pädagogen über alle Schularten und -stufen hinweg zum Symposion „digiTalente Styria – die Rolle der Lehrenden in der Schule der Zukunft“ ein. „Sie, die Lehrenden, sind die Architekten der Zukunft, die von der Digitalisierung unterstützt werden“, begrüßt IV-Steiermark Bildungssprecher Alexander Tessmar-Pfohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zur Intention der IV-Steiermark erklärt Tessmar-Pfohl: „Es ist vielleicht auf den ersten Blick verwunderlich, warum sich die Industrie derart intensiv mit Digitalisierung in der Schule befasst. Dabei ist es ganz einfach: Wir wollen engagierten Pädagoginnen und Pädagogen motivieren, den Zugang zu neuen Tools zu finden, die ihre Lehrmethoden verstärken. Und Jugendliche sollen ihre digitalen Fähigkeiten nicht ausschließlich in der Freizeit beim Streamen oder Spielen unter Beweis stellen können.“

Coding, Robotic, Flexibilität – steirische Schulen machen es vor
„digiTalente Styria“ kann als steirische Leistungsschau für digitale Lehr- und Lernmethoden verstanden werden. Aus Sicht der IV-Steiermark gibt es zahlreiche gelungene und vor allem nachahmenswerte Beispiele an heimischen Schulen. Diese vor den Vorhang zu holen, ist neben fachlichen Inputs zentrales Anliegen des Symposions. Zu den Benchmark Projekten zählen beispielsweise Schulen, die digital unterstütztes modulares Lernen anbieten und damit in der Klassengemeinschaft unterschiedliche Lern-Geschwindigkeiten erlauben. Oder Ansätze, die Programmiersprache in den Unterricht ebenso integrieren, wie Videotechniken und Robotic-Kenntnisse.

Individualisierung als große Chance der Digitalisierung
Die IV-Steiermark möchte mit dem Symposion steirische Pädagoginnen und Pädagogen dabei unterstützen, den Individualisierungsansatz in die Klassenzimmer zu bringen. Dabei ist zentral, dass digitale Medien keinesfalls anstelle von Inhalten oder gar sozialem Miteinander rücken sollen. Sie sind vielmehr als ergänzende Werkzeuge zu verstehen, das Lehrenden die Freiheit einräumt, sich auf den Kern ihres Berufes zu fokussieren: Kinder und Jugendliche bei ihrer Entwicklung und ihren Lernprozessen zu begleiten. „Digitalisierung im Unterricht bietet in heterogenen Klassen die Möglichkeit für einen individualisierten, auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler maßgeschneiderten Unterricht zu sorgen“, so Tessmar-Pfohl und ergänzt: „Alle erhalten dadurch die gleichen Chancen und werden entsprechend des persönlichen Lernniveaus unterrichtet und gefördert.“

Praxisbericht von zwei Digital Natives
Wie Digitalisierung in der Unterrichtspraxis gelingen kann und welche Rolle sie spielt, führen die beiden Key-Notes vor Augen. Johanna Pirker, Wissenschaftlerin und Jungunternehmer Samuel Koch gelten als Digital Natives und beschäftigen sich intensiv mit den Aspekten von Lernen im digitalen Umfeld. Pirker kreierte ein virtuelles Physik Labor, das Experimentieren im digitalen Raum ermöglicht. Koch arbeitet gerade an einem internationalen virtuellen Bildungscampus, der sich ganz den benötigten Skills der heutigen Berufswelt verschrieben hat.

Digitalisierung in Schulen als zentrales Anliegen der IV-Steiermark
Die IV-Steiermark setzt sich neben dem Austausch von Pädagoginnen und Pädagogen zum Thema Digitalisierung auch auf Ebene der Landes- und Bundespolitik für dieses Thema ein. Eine Zielsetzung ist etwa, im Sinne der Chancengleichheit an jeder steirischen Schule W-LAN verfügbar zu machen. Zudem bietet die IV-Steiermark seit Herbst kostenlose Coding-Workshops an steirischen Schulen an, gezielte Programme für Lehrende werden im Rahmen der „digiTalente Styria“ präsentiert.

Übersicht Good Practise Beispiele Schulen

Volksschulen
VS Graz Hirten – Aufbereitung von Lehrinhalten mittels Green Screen
VS Strass – App-Anwendungen führt Kinder in die Welt von Augmented Reality/Stop Motion
VS Kainach – Programmierung mit LEGO® WeDo
VS Tieschen – Einsatzszenarien von Beebots für den Unterricht
VS Viktor Kaplan - Online-Unterricht im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ (digiDAZ) und digiMINT zur Förderung und Talententwicklung

(Neue) Mittelschulen
NMS St. Leonhard –digitaler Schwerpunkt u.a. mit LEGO® Education
Praxis NMS der PH Steiermark – Flexiklassen für individualisierten Unterricht

Allgemeinbildende Höhere Schulen:
BRG Kepler – Denken lernen, Probleme lösen im Informatikunterricht

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