TOP-Gespräch mit DI (FH) Andreas Gerstenmayer: „Europa muss im Bereich der Mikroelektronik mehr tun“

In seinem Vortrag sprach Andreas Gerstenmayer über die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Mikroelektronik im Lichte der digitalen Transformation und der aktuellen geopolitischen Umwälzungen. Er hob dabei hervor, welchen Herausforderungen sich Europa bei dieser Schlüsseltechnologie zukünftig stellen muss.

Christian Kehrer (Vorsitzender WdF-Steiermark) mit Andreas Gerstenmayer (Vorstandsvorsitzender AT&S) und Georg Knill (Präsident IV-Steiermark)

Eingangs ging Gerstenmayer auf die Bedeutung der Mikroelektronik ein, die in vielen Branchen wesentlicher Innovationstreiber ist. Globale Megatrends, immer smartere Anwendungen und Geräte sowie die geringer werdenden Speicherkosten ergeben, dass künftig nahezu jedes Produkt mit Mikroelektronik ausgestattet sein wird. Zugleich ist die Elektronikindustrie derzeit auch stark von den Trends zur Miniaturisierung und einer funktionalen Integration geprägt. Dementsprechend gehen die Prognosen von einer starken Zunahme bei den Geräten aus: bis 2020 könnten weltweit bis zu 50 Milliarden Smart Devices in Verwendung sein. Damit einhergehend sollte auch der globale Halbleitermarkt, der 2018 bereits € 460 Mrd. umfasst hat, weiterhin stark wachsen.

China und auch die USA dominieren diese Bereiche und investieren massiv in die Mikroelektronik als Schlüsselkompetenz. Europa - mit einem Anteil am Halbleitermarkt von nur mehr 8,5% - muss angesichts dieser Dynamik insbesondere im Bereich der Mikroelektronik mit gemeinsam ausgerichteten und finanziell entsprechend dotierten Aktivitäten antworten, so eine der Forderungen des AT&S CEOs. Als Beispiel verwies Andreas Gerstenmayer auf die Möglichkeiten im Rahmen von so genannten „IPCEIs“ (Important Projects of Common European Interest). Dabei sind insbesondere Förderungen in R&D-Linien und in Produktionskapazitäten, die Innovation mit sich bringen, sowie der Aufbau des Ökosystems rund um die volle Elektronikwertschöpfungskette wesentlich, um neue Produktionsstandorte in Europa etablieren und einen Weltmarktanteil von 20% erreichen zu können.

Im Vorfeld des TOP-Gespräches bestand zudem die Möglichkeit, den Standort Leoben-Hinterberg im Rahmen einer Betriebsbesichtigung näher kennen zu lernen: AT&S ist globaler Marktführer bei hochwertigen Leiterplatten und einer der führenden Hersteller von IC-Substraten. Das Unternehmen industrialisiert zukunftsweisende Technologien für seine Kerngeschäfte Mobile Devices & Substrates, Automotive, Industrial und Medical und verfügt über eine globale Präsenz mit Produktionsstandorten in Österreich (Leoben-Hinterberg, Fehring), Indien (Nanjangud), China (Shanghai, Chongqing) und Korea (Ansan nahe Seoul). Im Geschäftsjahr 2018/19 beschäftigte AT&S rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte mit 1,028 Mrd. Euro einen neuen Umsatzrekord.

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