Neujahrscocktail: Arbeit, Mut und Bildung

Auszug aus der Rede von IV-Steiermark Präsident Georg Knill anlässlich des Neujahrscocktails 2019

BILDERGALERIE: https://docs.iv.at/index.php/s/mqbaWnntbLZzt9R

Stellen sie sich vor, sie bekämen zum neuen Jahr eine Glückwunschkarte, auf der steht – wie üblich – „Ich wünsche Dir viel Glück! Herzlichst, Dein guter Freund“.

Sie freuen sich über die Glückwünsche, aber sie wissen natürlich, dass die Erfüllung des Wunsches ganz in Ihrer eigenen Hand liegt. Was aber wäre, wenn der gute Freund Ihnen nicht nur viel Glück wünscht, sondern Ihnen auch gleich ganz konkret mitteilt, wie dieses Glück zu erreichen ist.

Wir, die steirische Industrie, beginnen das neue Jahr auch mit Glückwunschkarten. Wir senden diese Karten an eine der großartigsten Regionen Europas, wir senden sie unserer Steiermark.

Und was steht auf dieser Karte geschrieben?

Liebe Steiermark!
Wir wünschen Dir viel Arbeit!
Herzlichst, Deine Industrie

Und wir? Wir erfüllen diesen Wunsch. Jahr für Jahr. Dafür schaffen wir im Schnitt der letzten 10 Jahre über 1000 neue Arbeitsplätze – jedes Jahr! Wir treten damit den Beweis an, dass Digitalisierung und Jobaufbau kein Widerspruch sind. Es sind gerade die High-Tech-Unternehmen der Steiermark, in denen neue Arbeitsplätze entstehen. Denn diese Unternehmen haben ihren Personalstand in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut: Ein durchschnittliches High-Tech-Unternehmen in der Steiermark hat seine Mitarbeiterzahl um 4,4 Prozent erweitert – jährlich. Jobverluste gab es hingegen primär in Unternehmen, die nicht zur technologischen Weltspitze zählen. Die Gefahr hoher Arbeitslosigkeit liegt also nicht in der Digitalisierung – sie liegt vielmehr darin, die Digitalisierung nicht zum eigenen und zum Mehrwert für die Steiermark gestalten zu können.
Was also für jedes Unternehmen für jeden Menschen gilt, gilt auch insgesamt für die Steiermark als Wirtschaftsregion und als Lebensraum.

Die Industrie tätigt Investitionen in der Steiermark wie kein anderer Wirtschaftsbereich. All diese Investitionen haben drei Dinge gemeinsam:

  1. Sie sind ein Ausdruck des Vertrauens in den Wirtschaftsstandort Steiermark und ein Vertrauensvorschuss, dem auch die Landespolitik jeden Tag gerecht werden muss.
  2. Sie führen uns in die Zukunft – eine gute Zukunft. Denn so wie die Investitionen der Vergangenheit die Grundlage für den Wohlstand der Gegenwart waren, sind es die Investitionen der Gegenwart, die die Basis für zukünftigen Wohlstand bedeuten.
  3. Sie tragen zur Erfüllung des Wunsches an die Steiermark, viel Arbeit zu haben, bei.

Und welche Glückwunschkarte schreiben wir der Steiermark noch?

Liebe Steiermark!
Wir wünschen Dir: Viel Mut!
Herzlichst, Deine Industrie

Was tragen wir, die steirische Industrie, zur Erfüllung dieses Wunsches bei?

Wir investieren Jahr für Jahr über 1,7 Milliarden Euro in Forschung – das sind ca. 5 Millionen Euro täglich.

In unseren Betrieben sind weit über 10.000 Menschen mit Forschung und damit mit der Gestaltung der Zukunft beschäftigt. Steirische Antworten, etwa auf die Herausforderungen des Klimawandels, können nur in der Arbeit von Forscherinnen und Forschern und in ihren technologischen Lösungen zu finden sein. Beispielsweise im Bereich der Mobilität, in neuen Materialien oder in der Energieeffizienz

In den Krisenjahren der jüngsten Vergangenheit haben steirische Unternehmerinnen und Unternehmer ihren Mut und ihre Zuversicht eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In und unmittelbar nach der Krise 2008/2009 haben wir die Zahl der Forscherinnen und Forscher in der steirischen Industrie um 27 Prozent erhöht. Und auch die Ausgaben für F&E wurden in der steirischen Industrie zwischen 2008 und 2013 spürbar und antizyklisch – sogar um 51 Prozent nach oben geschraubt. Ein klares Signal an die Steiermark zu einer Zeit, in der es vielen schwerfiel, Zuversicht zu zeigen.

Schritte wie diese setzt man leichter, wenn man starke und ebenfalls mutige Partner an seiner Seite weiß. Gerade in den steirischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen finden wir solche Partner. Sie leben gemeinsam mit uns „Innovation durch Kooperation“. Das mutige Miteinander ist unser Erfolgsrezept. Es steckt in der steirischen DNA. Diesen Mut wünschen wir der Steiermark in allen Lebensbereichen – insbesondere in der Politik, in der es naturgemäß auch nicht immer einfach ist, das langfristig Richtige dem kurzfristig leicht Verkaufbaren, oder eben des Mutige, dem Bequemen vorzuziehen. Wir taten es – und tun es immer noch. Unsere heutige Position der Stärke gibt uns recht.

Und meine sehr geehrten Damen und Herren, wir schreiben der Steiermark:

Liebe Steiermark!
Wir wünschen Dir: Viel Bildung!
Herzlichst, Deine Industrie

Ist Ihnen bewusst, dass sich die steirische Industriellenvereinigung Jahr für Jahr in über 600 Schulen aller Schulformen mit Workshops und unterschiedlichsten Initiativen zu den Themen Wirtschaftswissen, Berufsorientierung und Technikbegeisterung präsentiert? Wir bringen junge Menschen und ihre Lehrerinnen und Lehrer in Kontakt mit den Zukunftsthemen der Steiermark. Wir bringen die Industrie in die steirischen Klassenzimmer.

Sie erinnern sich an unseren Innovationstruck im vergangenen Jahr? 4500 Kinder und Jugendliche haben ihn besucht. Wir haben aufgrund des positiven Feedbacks beschlossen, auch 2019 eigene Coding- und Robotik-Workshops an Schulen in der Steiermark anzubieten.

Ein anderes Beispiel für unsere Umsetzungskraft sind die rund 2700 junge Steirerinnen und Steirer, die ein Industrielehre absolvieren. Wir übernehmen so die Verantwortung für unseren Fachkräftenachwuchs selbst.

Und treu unserer Vision, die Steiermark zur Gewinnerregion der Digitalisierung machen zu wollen, unterstützen wir zum Beispiel eine Grazer Neue Mittelschule am Weg in die Digitalisierung. Mit Hilfe der IV-Steiermark wird das Konzept einer digital gestützten Didaktik umgesetzt. Die Lernprozesse junger Menschen werden so individualisiert und damit messbar bessere Lernergebnisse erzielt.

Bildungspolitische Verantwortung zu tragen, heißt Zukunftsverantwortung zu übernehmen. Jede moderne Wirtschaftspolitik, aber auch jede moderne Sozialpolitik ist heute in Wahrheit primär bildungspolitisch auszulegen. Mit unserer eigenen, aus unserem tiefsten Herzen kommenden Initiative im Bildungsbereich, hören wir auf, immer wieder Gefordertes einzufordern, ständig vorgebrachte Bitten zu erbitten, Unausgesprochenes klarzustellen, auf Versprochenes hinzuweisen.

Wir tun, wir machen, wir bringen etwas weiter. Und wünschen der Steiermark, ihren Politikern und Medien, ihren Menschen, dass sie es uns gleichtun. Denn wir, die steirische Industrie, bringen nicht nur herzliche Wünsche, wir tragen auch maßgeblich zu ihrer Erfüllung bei. Für manche braucht es aber auch das Gegenüber:

Es braucht politische Entscheidungsträger, die die Notwendigkeit von mutigen Weichenstellungen für unser Land sehen und aktiv gestalten. Jetzt – und nicht erst irgendwann.

Es braucht die Medien, die erkennen, welche großartigen Geschichten wir Tag für Tag und Jahr für Jahr liefern und die sich nicht nur auf Konfliktpunkte stürzen.

Und es braucht die Steirerinnen und Steirer, die erkennen, wer an der Basis allen Wohlstandes unseres Landes steht:

Die Leistungen der steirischen Industrie.
Die Leistungen der Menschen in der steirischen Industrie.

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