Steirische Industriekonjunktur: Aufschwung prägt erste Jahreshälfte

Die aktuelle Konjunkturumfrage der IV-Steiermark, an der 57 Betriebe mit rund 40.000 Beschäftigten teilgenommen haben, zeigt, dass sich die zuversichtliche Grundstimmung des Vorquartals fortsetzt. Eine signifikant positive Entwicklung ist bei der Prognose des Beschäftigungsstands in drei Monaten zu verzeichnen. Auch der langfristige Blick auf Ertragssituation und Geschäftslage in sechs Monaten dokumentiert die Chance auf einen anhaltenden Aufschwung. Die Industrie festigt ihre Rolle als wesentlicher Wachstumstreiber und sorgt für die positiven Beschäftigungseffekte.

Geschäftsentwicklung, Konjunktur

Internationales Umfeld begünstigt, Steiermark leicht über Bundesschnitt
Das internationale Umfeld mit einer expansiven Geldpolitk und, aus europäischer Sicht, günstige Wechselkursrelation wirken unterstützend auf die aktuelle Konjunktur, die nach fünf Jahren der Stagnation wieder an Fahrt aufnimmt. Auch in der Steiermark bestätigt sich der konjunkturelle Aufwärtstrend, wenn auch die hohe Erwartungshaltung um den Jahreswechsel nicht ganz erfüllt werden konnte. Mit einem Index von +35 beim Geschäftsklima saldiert die Steiermark wieder etwas über dem Bundesschnitt (+32).

Die aktuellen Werte bei den Parametern Geschäftslage (+41), Auftragsbestände (+39), Auslandsaufträge (+34) und Ertragssituation (+29) liegen nach dem überaus positiven 4. Quartal 2016 nun wieder etwas niedriger. Insbesondere der Rückgang beim Index des internationalen Auftragseingangs stimmt grundsätzlich nachdenklich – gleichzeitig beurteilen jedoch nur 3% der Unternehmen den Bestand der derzeitigen Auslandsaufträge als „schlecht“. Werden die oben genannten Parameter im Trend der letzten vier Quartale beurteilt, ist eine  positive Tendenz zu verzeichnen.

Produktionstätigkeit zieht an, kein großer Sprung bei Verkaufspreisen
Dieser grundsätzliche Aufwärtstrend setzt sich auch im Ausblick auf die kommenden drei Monate fort. Produktionstätigkeit wie auch Kapazitätsauslastung entwickeln sich gut. So steigt mit +32 die geplante Auslastung der Produktionskapazitäten auf den höchsten Wert seit 2010. Parallel dazu entwickelt sich die Produktionstätigkeit, die bei +36 liegt und sich damit im Vergleich zum Vorquartal fast verdoppelt (+19). Ein zuversichtlicheres Bild als zuletzt zeigt auch die Verkaufspreisentwicklung in den kommenden drei Monaten (+10), wobei 86% der Umfrageteilnehmer von einer unveränderter Situation ausgehen.
 

Ausblick Personalaufbau auf Langzeithoch, Verfügbarkeit von Fachkräften als Knackpunkt
Besonders erfreulich ist die Prognose für den Beschäftigungsstand, der nach den Plänen der Industriebetriebe signifikant ansteigen soll und mit einem Saldo von +48 alle Werte nach der Wirtschaftskrise 2008/09 übertrifft. „Dieser Saldo stimmt uns zuversichtlich. Insbesondere, dass lediglich 3 Prozent der Befragten im 2. Quartal 2017 meinen, Personal abbauen zu müssen.“, betont Georg Knill. Der IV-Steiermark Präsident weiter: „Unsere Erhebung lässt aber noch keinen Rückschluss auf die gesamte Industrie und die gesamte Steiermark zu. Aktuell sind es vor allem einige große Arbeitgeber, die auf der Suche nach zusätzlichen Mitarbeitern sind.“

In diesem Zusammenhang sieht Knill die größte Herausforderung des heimischen Arbeitsmarktes darin, ob die Planzahlen auch tatsächlich realisiert werden können. Denn einmal mehr ist die Verfügbarkeit von qualifizierten Menschen in nahezu allen produktionsrelevanten Themenbereichen und auf allen Qualifikationsebenen auschlaggebend. Analysen der IV und jüngst bekannt gewordene Unternehmensentscheidungen zeigen, dass die Möglichkeit der qualifizierten Besetzung neu geschaffener Arbeitsplätze immer stärker zur Voraussetzung für Investitionen, insbesondere für Erweiterungsinvestitionen, werden. Das optimale Matching zwischen Aus- und Weiterbildung, Arbeitsmarktpolitik und arbeitsplatzschaffenden Unternehmen ist daher für die Industriellenvereinigung wesentlicher Erfolgsfaktor für die Entwicklung des Landes.

Sinnvolle Standortpolitik als bestes Arbeitsmarktprogramm
Auch der Blick auf die kommenden sechs Monate zeigt die skizzierte positive Tendenz. Für die Ertragssituation wird eine Steigerung von +22 von zuletzt +12 prognostiziert, bei der Geschäftslage geht es von +26 auf +30. Es herrscht demnach großer Optimismus für das Jahr 2017 vor, der jedoch jederzeit beispielsweise von geopolitischen Entwicklungen negativ beeinflusst werden kann. „Die Märkte werden zunehmend unberechenbarer, umso mehr muss der heimische Standort zu einer planbaren Konstante werden.“, so der IV-Steiermark Präsident abschließend.

 

 

 

 

Die IV-Konjunkturumfrage: Zur Befragungsmethode
An der jüngsten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Steiermark beteiligten sich 57 Unternehmen mit rund 40.000 Beschäftigten. Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt folgende Methode zur Anwendung: den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, sodann wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.

 

IV-IconInformationen zum Beitrag


IV-Iconiv-positionen

Neueste Ausgabe lesen
iv-exklusiv Bild