Industriekonjunktur: Aufschwung in Sicht

Konjunkturkennzahlen der Industriellenvereinigung (IV) nähren Hoffnung auf Aufschwung. Steiermark-Daten liegen über dem Bundesschnitt. IV-Steiermark Präsident Knill mahnt behutsamen Umgang mit „zartem Konjunktur-Pflänzchen“ ein.

Geschäftsentwicklung, Konjunktur

61 steirische Industriebetriebe mit 43.280 Beschäftigen sind laut aktueller IV-Konjunkturumfrage mehrheitlich der Meinung: Es geht aufwärts. Dieser Optimismus spiegelt sich in nahezu allen Parametern der jüngsten Konjunkturumfrage der IV wider. Bereits das letzte Quartal 2016 lag über den Erwartungen.

Analysen nationaler und internationaler Wirtschafts-Forschungsinstitute haben zuletzt die zentrale Rolle der österreichischen Industrie als Wachstumstreiber 2016 dokumentiert. Die vorliegenden Rückmeldungen im Rahmen der IV-Konjunkturumfrage bestätigen diese Erkenntnisse und liefern beispielsweise bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage mit einem Saldo von +57 den besten Wert seit 2010. Auch die Bewertung der Auftragsbestände zeigt einen positiven Trend: der Saldo hat sich von +32 im dritten, auf +52 im vierten Quartal 2016 gesteigert. Ein ähnliches Bild zeigen die aktuellen Auslandsaufträge, die sich – internationalen Unsicherheiten zum Trotz - von +26 auf +52 verbessert haben. Noch nicht ganz an die Dynamik anschließen konnte hingegen die Ertragssituation – jedoch bestehen auch hier nach mehreren angespannten Quartalen erste Ansätze einer Besserung.

Steiermark über Österreichschnitt
Der von der IV berechnete Geschäftsklima-Index (eine Kombination aus der Beurteilung der aktuellen und der erwarteten Geschäftslage) weist für die Steiermark mit +41 eine Wert deutlich über dem österreichischen Schnitt (+29) aus. Eine mögliche Ursache hierfür kann in der überdurchschnittlich hohen Export-Orientierung der steirischen Industrie liegen.

Neben der guten IST-Situation liegen auch optimistische Prognosen für die kommenden Monate vor. Der Index der geplanten Auslastung der Produktionskapazität in den nächsten drei Monaten steigt auf +11 nach zuletzt +6.

Skeptisch ist die Industrie jedoch hinsichtlich zu erzielender Verkaufspreise in den nächsten drei Monaten: Der diesbezügliche Index sinkt auf +8, nachdem er im 3. Quartale 2016 noch bei +15 gelegen war. Dennoch zeichnet sich in der längerfristigen Prognose der Ertragssituation eine Erholung ab. In sechs Monaten rechnen die steirischen Industriebetriebe mit einer spürbaren Verbesserung im Vergleich zum dritten Quartal 2016 (Index steigt von -7 auf +12).

Chance auf Beschäftigungseffekt
Die Personalpläne der steirischen Industrie lassen auch positive Impulse für den Arbeitsmarkt erwarten. 22 Prozent der Betriebe planen einen Personalaufbau im ersten Quartal 2017 – 4 Prozent gehen von reduziertem Mitarbeiterstand aus. IV-Steiermark Präsident Georg Knill sieht in diesen Planzahlen kombiniert mit den Plänen der Bundesregierung die Chance einer Reduktion der Arbeitslosenzahlen 2017: „Ein rasches Umsetzen des überarbeiteten Regierungsprogramms liefert wichtige Impulse und Anreize für Beschäftigung. In Kombination mit der konjunkturellen Prognose signalisiert es den Unternehmen Handlungsspielraum für Investitionen und Personalaufbau.“

2017 birgt Potenzial
Im neuen Arbeitsübereinkommen der Bundesregierung sieht die IV einige konkrete Aspekte, die die Planbarkeit und damit die Attraktivität des Standortes für Investitionen erhöhen. Wesentlich wird es aus Sicht von Knill sein, die Vorhaben rasch zu realisieren und eine unbürokratische Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen sicherzustellen. „Die positiven Vorzeichen für das Jahr 2017 dürfen nun nicht als Freibrief verstanden werden, bereits wieder an das Verteilen der Früchte des möglichen Aufschwungs zu denken. Vielmehr müssen wir das zarte Konjunktur-Pflänzlein nun schonend behandeln und seine Entwicklung beobachten und fördern. Attraktive, planbare und sichere Rahmenbedingungen für weitere Investitionen sind die Voraussetzung für einen möglichen Aufschwung 2017“, so Knill.

 

 

Die IV-Konjunkturumfrage: Zur Befragungsmethode

An der jüngsten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Steiermark beteiligten sich 61 Unternehmen mit rund 43.300 Beschäftigten. Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt folgende Methode zur Anwendung: den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, sodann wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.

 

 

 

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Mag. Nina Zechner

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