Industrie-Konjunktur: Gedämpfte Stimmung

Betriebe gehen mehrheitlich auf gutem Niveau in das zweite Halbjahr. Ein nachhaltiger Durchbruch der Industriekonjunktur zeichnet sich aber nicht ab. Standortpolitische Signale nötig.

Nach den zuletzt positiveren Entwicklungen des konjunkturellen Umfelds, liefern die Einschätzungen der steirischen Industrie im Rahmen der IV-Konjunkturumfrage – aktuelle Befragung von 52 Betrieben mit rund 32.300 Beschäftigten – wieder gedämpftere Aussichten.
Einerseits hat sich die aktuelle Geschäftslage im Vergleich zum Vorquartal leicht verschlechtert (Saldo fiel von +37 auf +33), andererseits ist auch der Optimismus hinsichtlich der Lage in sechs Monaten gesunken (Saldo von +14 auf +11).
Verschlechtert haben sich in den letzten drei Monaten auch die Indizes der Auftragsbestände und insbesondere jener der Auslandsaufträge (von +33 auf +22).
Die Produktionstätigkeit der Unternehmen im dritten Quartal wird leicht zulegen. Hierfür sind eine stärkere Auslastung bestehender Kapazitäten und eine vorerst nur geringe zusätzliche Nachfrage nach Personal geplant. 5 Prozent der Betriebe wollen Mitarbeiter einstellen, 93 Prozent planen ihren Personalstand stabil zu halten.

Sinkende Verkaufspreise
Die aktuelle Ertragssituation wird lediglich von jedem zehnten Unternehmen als schlecht bewertet, 30 Prozent berichten über gute Erträge. Der Index der erwarteten Ertragslage in sechs Monaten fällt hingegen von +10 im Vorquartal auf nunmehr +3. Mit ein Grund dafür ist die, für steirische Industriebetriebe, nach wie vor schwierige Preisgestaltung auf den internationalen Märkten. Mehr als jedes vierte Unternehmen (28 Prozent) geht von sinkenden Verkaufspreisen im kommenden Quartal aus. Besonders betroffen ist davon nach wie vor die – abgesehen davon gut performende – Elektro- und Elektronikindustrie. Schwierigen Marktbedingungen sieht sich auch die Papierindustrie gegenüber. Eine gute Ausgangslage für die kommenden Monate finden die Betriebe der Holzindustrie, der chemischen Industrie wie auch mehrheitlich der Maschinen- und Metallwarenindustrie vor.

Standortpolitische Signale
„Für die Investitionstätigkeit der kommenden Monate sind Signale der Märkte und Signale der standortpolitischen Entscheidungsträger von enormer Bedeutung. Unsicherheiten auf internationaler Ebene bedingt durch Brexit oder italienische Bankenkrise, gilt es nationale Impulse und attraktive, langfristig planbare Rahmenbedingungen für Investitionen entgegen zu stellen.“, unterstreicht IV-Steiermark Geschäftsführer Gernot Pagger. Ein modernes Arbeitszeitrecht, das Freispielen von produktiven Ressourcen durch den Abbau von Bürokratie und das Vermeiden von neuen (Steuer-) Belastungen sind aus Sicht der IV drei zentrale Stoßrichtungen in dieser Fragestellung.

 

 

Die IV-Konjunkturumfrage: Zur Befragungsmethode
An der jüngsten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Steiermark beteiligten sich 52 Unternehmen mit rund 32.300 Beschäftigten. Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt folgende Methode zur Anwendung: den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, sodann wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.

 

 

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Mag. Nina Zechner

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Öffentlichkeitsarbeit, Projektmanagement, Junge Industrie, Industriellenvereinigung Steiermark

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