Gebündelte Forschungskompetenz

Bereits zum zehnten Mal lud die Steirische Wirtschaftsförderung SFG und die Industriellenvereinigung (IV) Steiermark zur Veranstaltungsreihe „Enabling Space“. Ein Jubiläum, das dank Besucherrekord mit knapp 150 Teilnehmern zusätzlich erfreulich ausfiel. Die zehnte Auflage stand unter dem Titel „Smart Production & Services – Die Steirische Antwort auf Industrie 4.0“ ganz im Zeichen der Forschung.

Haben Sie schon einmal etwas von einem FabLab gehört? Dabei handelt es sich um ein Fabrication Laboratory – eine High-Tech Werkstätte, die für jedermann zugänglich ist. An der TU Graz ist das erste FabLab Österreichs beheimatet, an dem Studenten, Start-ups aber auch etablierte Unternehmen einfach und schnell Prototypen und Kleinserien herstellen können. Im Zuge vom „Enabling Space“ an der TU Graz konnte genau dieses FabLab besichtigt werden. Doch es gab noch mehr zu sehen. In der High-Tech Werkstätte wird aktuell in Zusammenarbeit mit dem Know-Center ein Big Data-Projekt umgesetzt, bei dem Daten über die Nutzung des Labors gesammelt werden, um den Betrieb nachhaltig zu optimieren.
Die Besichtigung der Einrichtungen der TU – neben dem FabLab gewährte die Uni weitere spannende Einblicke – waren aber nur der Auftakt zu einem spannenden Nachmittag, der ganz im Zeichen von Industrie 4.0 in der Steiermark stand.

Die Begrüßung übernahmen Landesrat Christian Buchmann, Hausherr Rektor Harald Kainz und IV-Präsident Jochen Pildner-Steinburg. Sie alle unterstrichen den Stellenwert von Industrie 4.0, Smart Production & Co für unsere Industrie und Wirtschaft. „Smart Production ist der wesentliche Zukunftstrend der Wirtschaftsentwicklung und damit eine große Chance für hochentwickelte Industriestandorte wie die Steiermark. Deshalb setzen wir heuer ganz besonders auf das Thema der smarten Produktion und der smarten Dienstleistungen”, so Buchmann.

Nach der kurzen Einleitung ging es direkt in den inhaltlichen Teil der Veranstaltung über, der sich aus vier kurzen Impulsreferaten und einem völlig neu gestalteten Diskussionsformat zusammensetzte.
Den Auftakt machte Stefanie Lindstaedt, Geschäftsführerin des Kompetenz-zentrums Know-Center. Sie hob den Stellenwert von Daten für die moderne Produktion hervor und zeigte auf, welche Vorteile Unternehmen durch Big Data
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haben. Der nächste Experte, Jens Poggenburg von AVL List und dem Styrian Service Cluster, sprach über Smart Services. Vor allem die Vernetzung von Daten, Services, Unternehmen etc. ist laut dem Experten ein zentraler Faktor für zukünftigen Erfolg im industriellen Umfeld. Thomas Hausegger vom Netzwerkspezialisten NTS wiederum, vermittelte in seinem Vortrag die Geschwindigkeit der Veränderung im Datenumfeld. Aber auch Themen wie datenbasierenden Services und neuen Geschäftsmodellen die sich daraus ergeben, wurden von Hausegger aufgegriffen.

Als letzter Vortragender gab TU-Vizerektor Horst Bischof einen Über- und Ausblick über Smart Produktion an der TU Graz. So können etwa Studenten in Lernfabriken bereits während des Studiums Produktionsprozesse erproben und echte Produkte herstellen. Industrie 4.0 und die Herausforderungen und Chancen, die damit verbunden sind, spielen dabei eine wesentliche Rolle. In Zukunft soll das Thema noch erweitert werden. So ist etwa eine 740 m² große Forschungs- und Lernfabrik geplant. „Wir wollen unsere Ressourcen im Bereich Industrie 4.0 bündeln und uns stark auf das Thema fokussieren“, erklärte der Vizerektor.

Nach den vier Vorträgen kam es zu einer Neuerung im Format „Enabling Space“. An fünf Thementischen konnten die Besucher je nach Interesse die unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkte der Veranstaltung mit den Experten weiter vertiefen. Ein Tisch stand ganz im Zeichen des kürzlich von der SFG geöffneten Calls „Voraus!Denken“, bei dem es darum geht, steirische F&E-Projekte im Themenfeld Smart Production & Services zu unterstützen. Dies führte zu regem Austausch und intensiven Diskussionen mit den Vortragenden, bevor es am Buffet weitere Gelegenheit zum bilateralen Netzwerken gab.

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