IV-Südachse fordert Strategie zu Industrie 4.0

Die Präsidenten Jochen Pildner-Steinburg (IV Steiermark) und Christoph Kulterer (IV Kärnten) übergeben den für Forschung zuständigen Landesräten, Christopher Drexler (Steiermark) und Gaby Schaunig (Kärnten) ein Memorandum mit Maßnahmen zu Industrie 4.0.

Referenten bei den Innovationsgesprächen der Innoregio Süd

Die alljährlichen Innovationsgespräche der Innoregio Süd, einer steirisch-kärntnerischen Plattform für alle Innovationsakteure, standen am 29. September bei Philips in Klagenfurt unter dem Leitstern der Kooperation. Und Kooperation dominiert auch das von den Präsidenten der IV Steiermark und Kärnten an die ressortverantwortlichen Landesräte übergebene Memorandum zum Thema Industrie 4.0/Smart Production and Services. Gefordert wird darin eine gemeinsame südösterreichische Strategie, die der zunehmenden Digitalisierung von Geschäftsprozessen im sogenannten Internet der Dinge Rechnung trägt. Dabei geht es um offensive und positive Kommunikation des Themas in der Öffentlichkeit, um Einbindung der Arbeitnehmer und um ein in allen Politikbereichen abgestimmtes Vorgehen. Das Memorandum spricht außerdem den Ausbau und die Festlegung von relevanten Geschäftsfeldern und Wertschöpfungsketten an, Bildungs- und Weiterbildungsprogramme, flexible Arbeitszeitmodelle und nicht zuletzt auch den Ausbau von Datennetzen. Beide Landesräte signalisierten ihre Zustimmung. Beide verwiesen auf die kürzlich eröffnete 6. Sparte des steirischen Forschungszentrums Joanneum Research im Klagenfurter Lakesidepark. Hier wird eine Forschergruppe unter der Leitung von Michael Hofbaur in einem der für Industrie 4.0 relevantesten Bereiche überhaupt, im Feld „Robotics“, forschen. Joanneum Research ist mit einem Forschungsvolumen von 40 Mio. Euro, 450 Mitarbeitern und der Beteiligung an 65 EU-Projekten im siebenten Rahmenprogramm eines der größten Forschungsinstitute Österreichs, beeindruckte Wolfgang Pribyl später in der Präsentation des neuen Forschungszweigs. 

Israel: vom Agrarland zum High-Tech-Standort
Yossi Beilin, der in Israel verschiedenste Ministerposten bekleidete und heute als Business-Angel Startup-Unternehmen unterstützt, zeichnete anschließend den ebenso beschwerlichen wie erfolgreichen Weg Israels vom Agrarland zu einem der wettbewerbsfähigsten High-Tech-Standorte der Welt nach. Warum sind Israelis so innovativ? Das ist für Beilin auch eine Frage der Mentalität: „Bei uns gibt es eine Kultur des Scheiterns. Wir stehen immer auf und versuchen es wieder“ und: „Wir waren immer gezwungen, gegen Probleme zu kämpfen.“

Erfolgreiche Kooperationsprojekte
Beeindruckend zeigten die Vorstandsvorsitzende von Infineon Technologies Austria, Sabine Herlitschka und ihr Kollege Herbert Pairitsch dann die Entwicklungsstufen zum derzeit größten EU-Innovationsprojekt unter österreichischer Leitung, das Betriebe und Forschungsstätten in ganz Europa vernetzt. Ziel von „PowerBase“ ist es, Galliumnitrid als neues Material für Halbleiter in die breite Anwendung zu bringen, was etwa bei Batterieladegeräten eine enorme Leistungssteigerung bei gleichzeitiger Verkleinerung bringt. Solche Großprojekte sind für Herlitschka essenziell, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, Industrie und Forschung in Europa zu halten.

Dass auch Kleinere Unternehmen erfolgreich kooperieren können, zeigten Werner Scherf und Christina Hirschl vom Villacher Forschungszentrum Carinthian Tech Research anhand des Projekts IPOT zur u.a. Effizienzsteigerung von Photovoltaikmodulen. Erfolg: 3 Patente und 57 Publikationen, außerdem jede Menge an Folgeprojekten.

Die Industriepräsidenten von Steiermark und Kärnten sind stolz auf die erfolgreichen Kooperationsprojekte, sehen sie als Hoffnung für die Zukunft, wünschen sich aber gleichzeitig aber eine bessere Vermarktung, damit sich der Fokus in Zukunft stärker auf den Süden Österreichs richtet. 

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