Menschen – Werte – Lebensqualität

Steiermark 2015-2020 auf dem Weg zu einer erfolgreichen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts

Menschen Werte Lebensqualität

Die IV-Steiermark basiert ihre Arbeit auf einer klaren Programmatik. 2010 hat die Industriellenvereinigung Steiermark „2010-2015 Entscheidung Steiermark“ publiziert. Zentrale Anliegen von einst, sind heute Realität: Regierungskooperation, Gemeindereform, ausgeglichener Landeshaushalt, Abschaffung des Proporzes und Straffung von Verwaltung und Institutionen. Anlässlich der kommenden Landtagswahl wurde ein umfassendes neues, auf gesellschaftspolitische Themen erweitertes, Programm aufgelegt. Gemäß dem Grundsatz, dass eine gute gesellschaftliche und eine gute ökonomische Entwicklung Hand in Hand gehen, soll neben Standortfragen auch eine Wertediskussion initiiert und eine neue Verantwortungskultur eingefordert werden. Die Vision ist eine Steiermark als offene Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Mensch im Mittelpunkt
Im ersten Teil des Strategiepapiers hat die IV-Steiermark ihren Wertekanon im Menschenbild und der Wirtschaftsphilosophie klar deklariert. Das Zentrum der Wirtschaft sind die Menschen. Eine erfolgreiche Wirtschafts- und Standortstrategie muss daher gesellschaftspolitische Antworten geben. Für Familien bedeutet das Flexibilisierung von Arbeitszeit, Arbeitsort und Arbeitsform unter Einbindung neuer Technologien. Flexible und qualitätsvolle Betreuungsinfrastruktur, die sich den Anforderungen der Arbeitswelt anpasst. Und auch die Bedürfnisse der Jugend, die sich deutlich verändert haben, müssen ernster genommen werden.

Bildung und Ausbildung sind nicht nur Schlüssel zur Bewältigung künftiger Herausforderungen, Bildung ist vor allem auch Grundlage für die Wahrung persönlicher Lebenschancen. Der Bildungsstandort Steiermark braucht die flächendeckende Einführung verschränkter Ganztagsschulen, eine strenge Auswahl der Lehrer nach pädagogischer Eignung, die Schulautonomie mit Personalhoheit und klar definierte und kontrollierte Bildungsstandards. Im Lichte der problematischen demografischen Entwicklung in der Steiermark wird eine mangelnde oder fehlende Berufsorientierung immer mehr zum gesellschaftlichen Problem. Ein eigenes Programm für technische Fächer (MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und das Clustern alle bisherigen Tätigkeiten, rücken diese Anliegen ins Zentrum. Zusätzlich erleichtert erlebbare Praxis die Berufswahl. Wie es das IV-Steiermark Projekt „Explore Industry“ vorzeigt, beugen interaktive Werkserkundungen eindimensionalen Berufsentscheidungen vor. Insbesondere Mädchen und junge Frauen profitieren von praxisbezogener Berufsorientierung. Dass eine Förderung der Jugend allein zu kurz gegriffen wäre, sollen Impulse zu Aus- und Weiterbildungsprogrammen für die Gruppe der über 55 Jährigen zeigen.

Wirtschaftliche Zukunft der Steiermark
Zeitgleich zu einer durchaus positiven und stabilen Entwicklung der Steiermark sind in den letzten fünf Jahren im globalen, wirtschaftlichen und politischen Umfeld Brüche passiert, auf die nunmehr dringend reagiert werden muss. Die Mitgliedsbetriebe der IV-Steiermark und eine Analyse internationaler Think Tanks haben aufgezeigt, dass das Marktwachstum zunehmend außerhalb Europas stattfindet und Produktion und Wertschöpfung abgesaugt werden. Nur eine moderne, internationalisierte und hoch wettbewerbsfähige Wirtschaft wird dem standhalten können. Folgende Überlegungen dazu: Zum Erhalt und zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit muss die Sicherung der produzierenden Basis in der Steiermark als Leitmotiv der nächsten fünf Jahre gelten. Ein zentrales Ressort für Arbeit, Wirtschaft, Technologie und F&E wäre zielführend, die Erweiterung der Ressortnamensgebung um „Produktion“ eine wichtige, starke Symbolik. Smart Production und Services wird zunehmend andere Wirtschaftsbereiche außerhalb der Industrie betreffen und ist daher als übergreifendes Leitthema zu werten. Weiters ist für den Standort ein Wachstumsszenario für kleinere Betriebe wesentlich. Ihre Heranführung an internationale Märkte, mit besonderem Fokus auf unkonventionelle Wachstumsmärkte, ist eine Zukunftsaufgabe.

Der neuen Landesregierung wird empfohlen, gemeinsam mit internationalen Experten eine Basisanalyse der wesentlichen Standortfaktoren durchzuführen. In ihrem Gestaltungsbereich können anschließend Verbesserungspotenziale analysiert und zur Umsetzung gebracht werden, denn es gibt Luft nach oben! Ein Schwerpunkt muss jedenfalls eine Offensive zur regionalen Stabilisierung sein, die konzentriert am Ausbau weniger urbaner Subzentren ansetzen muss.

Ausbau der F&E-Quote
Innovation, Forschung und Wettbewerbsfähigkeit bedingen einander naturgemäß. Durch die Sicherung und die Erhöhung der Landesmittel für Forschung und Entwicklung soll ein Ausbau der Forschungsquote auf fünf Prozent gehebelt werden. Langfristig gesicherte Fördermittel des Landes, die in Forschung und Innovation gehen sowie dem Hauptaugenmerk auf Qualitätsnetzwerke entlang steirischer Stärkefelder sind die Basis dafür. Steirische Umwelt- und Nachhaltigkeits-Technologien sind ein Bespiel intensiver Forschungstätigkeiten. Damit wurde in den vergangenen Jahren nicht nur das Stärkefeld „Eco-Tech“ maßgeblich gestützt, sondern auch praktische Anwendungen etabliert. Wenig bekannte, jedoch international viel beachtete Produkte und Dienstleistungen aus Umweltschutz und Energieeffizienz müssen jetzt marktreif gemacht und verkaufbare Produkte generiert werden. „Green-Tech“ Fachkräfte werden ebenso gefragt sein wie IT-Experten, die das wachsende Feld der Big Data bedienen können.

Mut für die Steiermark
Die Fülle gesellschaftlicher Herausforderungen, die Entwicklung neuer Technologien (Internet der Dinge), wechselnde Marktsituationen und die bekannten demographischen Hürden werden das Leben in der Steiermark in den nächsten fünf Jahren und darüber hinaus prägen. Damit Wirtschaftsstandort und Lebensmittelpunkt für die Zukunft gerüstet sind, appelliert „Menschen Werte Lebensqualität“ an die Entscheidungsträger, an den Mut und die Professionalität der Politik für die folgenden Jahre. Synergie- und Konzentrationsbestrebungen sollen ausgeweitet und abgeschlossen werden. Überbordender Bürokratie gehört ein Riegel vorgeschoben, als Beispiel sind große Anlageverfahren anzuführen, die künftig von BH-Kompetenzzentren durchgeführt werden sollen. Und die IV-Steiermark ruft dazu auf, bis 2020 eine Reformagenda zur strukturellen Veränderung der Landesverfassung vorzulegen. Der steirische Landtag soll sich zu Gunsten der Aufgaben Budgethoheit und Kontrolle aus legistischen Tätigkeiten zurückziehen, die ohnehin nur national lösbar sind.

Das Strategiepapier steht Ihnen online auf www.iv-steiermark.at/steirerwert zur Verfügung. Sie finden Verlinkungen zu weiterführenden Inhalten direkt im Online-Text. Wir freuen uns über einen Diskurs! #steirerwert

Nachlese:
Kleine Zeitung-Interview zum Thema von Claus Albertani mit Präsident Jochen Pildner-Steinburg

 

 

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