digiTALENTE Styria – Die Schule der Zukunft ist digital

Digitalisierung im Unterricht ermöglicht individuelle Lernprozesse und mehr Freude am Lernen. Aus Sicht der Industriellenvereinigung Steiermark bietet sich die Chance, maßgeschneiderte Lehrangebote für jeden Schüler zu schaffen. Bertelsmann Stiftungsvorstand Dräger sieht eine „digitale Bildungsrevolution“ in der Pädagogik auf die Schulen zukommen.

v.l.n.r.: Stefan Schmid (Leiter der virtuellen Pädagogischen Hochschule), Gernot Pagger (Geschäftsführer IV-Steiermark), Elisabeth Meixner (Präsidentin Landesschulrat für Steiermark), Markus Tomaschitz (Vice-President HR, AVL List GmbH), Jörg Dräger (Vorstandsmitglied Bertelsmann Stiftung), Alexander Tessmar-Pfohl (Bildungssprecher im Vorstand der IV-Steiermark), Heidrun Messner (Leitung Informationstechnologie und Medien im BMB), Wilfried Reichart (Leiter VS Tieschen)

Potenzial der Digitalisierung nutzen
Der Megatrend Digitalisierung bedeutet nicht nur einen Umbruch in der Welt der Produktion, sondern beeinflusst auch das gesellschaftliche Leben und die Bildung. Eine entsprechende Awareness und konkrete Maßnahmen im Bildungssystem sind daher aus Sicht der Industriellenvereinigung Steiermark (IV) Gebot der Stunde.

Jörg Dräger, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung und auf Einladung der Industriellenvereinigung in Graz betont: „Wir müssen die Digitalisierung aktiv mitgestalten und sie in den Dienst der Pädagogik stellen. Wenn das gelingt, hat sie das größte Potential, Hauptanliegen wie Chancengerechtigkeit oder Individualisierung gerecht zu werden.“ Dräger und die IV sehen in einem Breitband-Anschluss aller Schulen einen wichtigen ersten Schritt für die Steiermark. Digitalisierung im Bildungsbereich darf jedoch dennoch nicht als reine Infrastrukturmaßnahme missverstanden werden. Die richtige Hardware spielt nur eine untergeordnete Rolle, ist sich Alexander Tessmar-Pfohl, Bildungssprecher im Vorstand der IV-Steiermark sicher: „Digitalisierung in der Schule bedeutet nicht Schulhefte durch Laptops oder Kopfrechnen durch Computerspielen zu ersetzen. Digitalisierung in der Schule bedeutet mit Hilfe neuer pädagogischer Konzepte und Werkzeuge individuelle Lernprozesse zu ermöglichen.“

Maßgeschneidertes Angebot für Lernende – positiver Zugang der Lehrenden
„Wäre es nicht schön, wenn ein Schüler die Mathematik-Hausaufgaben bekommt, die seinem Lernfortschritt entsprechen? Der Pädagoge ein direktes Feedback erhält, ob auch wirklich alle in der Klasse Schritt halten können, Nachholbedarf haben oder bereit für Neues sind?“, fragt sich Markus Tomaschitz, Vice-President HR, AVL List GmbH. Aus Sicht der Industrie bieten digitale Lehr- und Lernmethoden die einzigartige Möglichkeit, den Herausforderungen zunehmender Diversität im Klassenzimmer adäquate Antworten gegenüber zu stellen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung ist jedoch der chancenorientierte Zugang von Pädagogen und die Bereitschaft, die eigene Rolle als Lehrender neu zu definieren.

Dementsprechend positiv bewertet man in der IV auch das Ergebnis einer Umfrage, die bei steirischen Lehrern durchgeführt wurde: 53 Prozent sehen sehr positive Auswirkungen der Digitalisierung auf die Unterrichtsqualität. Nur 5 Prozent fürchten negative Konsequenzen. 8 von 10 Lehrern wünschen sich ein maßgeschneidertes Aus- und Weiterbildungsangebot, um die Digitalisierung des Unterrichts erfolgreich umsetzen zu können.

Steirer als digiTALENTE 
Die Rolle der Lehrenden in der Schule der Zukunft geht weg vom „Wissensmonopol“ hin zum Begleiter und Coach. Beispiele hierfür bieten die „flipped classrooms“. Schüler eignen sich zuhause Wissen über Lernvideos an, das Gelernte wird im Unterricht angewandt und vertieft. „Die Methode ist effizient, macht Spaß und ermöglicht ein Höchstmaß an Individualität. Und Lehrende haben wieder mehr Zeit für das Wesentliche, nämlich die Begleitung von Schülern“, verrät Stefan Schmid, Leiter der Virtuellen Pädagogischen Hochschule und Initiator von Flipped Classroom Austria. Aktuell bilden sich in Eigeninitiative österreichweit 30.000 Pädagogen an der virtuellen Pädagogischen Hochschule digital aus- und weiter.
Darüber hinaus gestalten in der Steiermark beispielsweise innovative Volksschulen den Unterricht mit Hilfe von Tablets. Andere Schulen nutzen wiederum Lern-Apps, die ein direktes Feedback an die Pädagogen liefern, für den Sprachunterricht. Smartphones werden in Oberstufenklassen eingesetzt, um dem Physikunterricht eine neue pädagogische Dynamik zu verleihen.

Dialog mit 150 Lehrern
Die Veranstaltung „digiTALENTE Styria – Die Rolle der Lehrenden in der Schule der Zukunft“, zu der die IV-Steiermark am 23.5. in die Grazer List-Halle einlud, stand im Zeichen einer digitalen Bildungsrevolution. Im Fokus der Gespräche zwischen rund 150 Pädagogen, Vertretern der Schulverwaltung, der Bildungspolitik und der Industrie standen internationale wie steirische Best-Practice-Beispiele im Bereich „Digitalisierung im Unterricht“. Teilnehmer waren unter anderem Elisabeth Meixner, Präsidentin des Landesschulrates für Steiermark, Dr. Elgrid Messner, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Steiermark und Mag. Elisabeth Grossmann Bildungssprecherin der SPÖ im Nationalrat. Die Industriellenvereinigung Steiermark will mit „digiTALENTE Styria“ einen breiten Bildungsdialog anstoßen und sieht in einer den Talenten junger Menschen entsprechenden Ausbildung die wesentlichste Zukunftsinvestition der Steiermark.

Ausgewählte innovative Schulen und Projekte
VS Neudau, Peter Hochwald
VS St. Oswald/Plankenwarth, Marie Otto
VS St. Veit, Gerlinde Praher
VS Tieschen, Wilfried Reichart
Praxis NMS der PH, Andrea Wagner
BG/BRG/BORG Hartberg, Gerald Geier
Schi Akademie Schladming, Wolfgang Ölzant

BIT media e-solutions GmbH
eEducation Austria
Pädagogische Hochschule Steiermark
TU Graz, Lehr- und Lerntechnologie sowie Catrobat
Virtuelle Pädagogische Hochschule

 

 

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