Heimische Konjunktur bleibt stabil – Unternehmen müssen kreativer werden

Die Spitzen der steirischen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien trafen sich am 24. April 2019 zum 30. Konjunkturgespräch. Gastgeber Raiffeisen-Generaldirektor Martin Schaller begrüßte etwa 500 Gäste in der RLB-Zentrale in Raaba-Grambach. Motto des steirischen Wirtschafts-Gipfels: "Innovationen für Generationen".

Schaller hob die Steiermark als "Europameister in der Innovation" hervor, immerhin führt das Bundesland mit einer Forschungs- und Entwicklungsquote von 5,13 %. Doch es brauche weitere Impulse, denn "Konjunktur passiert nicht, sondern wird gemacht." Dazu präsentierte Schaller beeindruckende Zahlen: So fördert Raiffeisen den Wirtschaftsstandort Steiermark mit frischen Finanzierungen von umgerechnet 11,7 Mio. pro Tag. Doch nicht nur Finanzpower sei heute gefragt, sondern auch die Kombination aus digitalen Services und individuellen Beratungslösungen.

Helmenstein: Stabiles Wachstum von 1,5 bis 1,75 Prozent
Wie der Wirtschaftsmotor Steiermark läuft, führte Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung Österreich aus: „Für die Eurozone und Österreich ist eine Rückkehr zur konjunkturellen Normalität zu erwarten. Der Ökonom rechnet mit einem stabilen Wachstum von rund eineinhalb bis eindreiviertel Prozent für die heimische Wirtschaft, womit dieses vor jenem Deutschlands liegt. Helmenstein: „Österreich hat es nach wie vor weitgehend selbst in der Hand hat, den Wohlstand positiv zu gestalten.“

Knill: Rekordjahr für die heimische Industrie 2018 bei Beschäftigungen und Investitionen
Kooperationspartner der Konjunkturgespräche ist die Industriellenvereinigung (IV). IV-Steiermark Präsident Georg Knill blickte auf ein äußerst erfolgreiches Industriejahr 2018 mit Bruttoanlageinvestitionen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro zurück. Auch der Beschäftigungsrekord im Vorjahr war primär von der Industrie getragen. Vier von zehn neuen Arbeitsplätzen entstanden in der Industrie. Knill: „Für 2019 sehen wir keine Rezession, aber definitiv eine konjunkturelle Ernüchterung, die den Druck auf Reformen in Österreich weiter hochhält.“

Innovations-Expertin Welpe: „Unternehmen, die sich am besten anpassen können, werden erfolgreich sein.“
Isabell Welpe, Professorin für Strategie und Organisation an der Technischen Uni München, stellte in ihrem Vortrag über „Arbeitswelten der Zukunft“ die These auf, dass Menschen nach wie vor hierarchische Strukturen bevorzugen. In Zeiten der wachsenden digitalen Möglichkeiten sei dies aber nicht das effizienteste Organisationsprinzip. "Flache Hierarchien, mehr Eigenverantwortung der Beschäftigten und Kooperation sowie der gezielte Einsatz von digitalen Lösungen fördern kreatives und sinnstiftendes Arbeiten."

Die durchschnittliche Lebenszeit von Unternehmen sinke, führt sie an, von 30 Jahren in 1984 auf 5 Jahre in 2018. „Jene Unternehmen werden in Zukunft erfolgreich sein, die sich am besten an die sich ändernden Marktverhältnisse anpassen, die „Poleposition am Kunden haben, Netzwerke aufbauen und kreativ sind“, so Welpe.

Konjunkturgespräch mit Wirtschafts-Spitzen der Steiermark
Zum Raiffeisen Konjunkturgespräch kamen die Spitzenvertreter der heimischen Leitbetriebe, zudem die Repräsentanten der Politik, Interessenvertretungen, Wissenschaft und Medien. Unter ihnen Landesrat Johann Seitinger, Bürgermeister Siegfried Nagl, Bundesrat Ernest Schwindsackl, IV Präsident a. D. Jochen Pildner-Steinburg, Wirtschaftskammer-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg, Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher, Raiffeisen Aufsichtsratspräsident Wilfried Thoma, Generaldirektor a. D. und Initiator des Konjunkturgesprächs Georg Doppelhofer, RLB-Vorstände Rainer Stelzer und Matthias Heinrich sowie HYPO-Vorstände GD Martin Gölles und Bernhard Türk.

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