Industrie-Konjunktur: Aufwärtstrend ungebrochen

Praktisch alle Indikatoren der aktuellen IV-Steiermark Konjunkturumfrage liegen über den Werten des Vorquartals. Das steirische Geschäftsklima zieht weiter an und auch die Nachfrage nach qualifiziertem Personal ist ungebrochen. Ein modernes Arbeitszeitreglement bleibt oberste Priorität für den Standort Österreich.

57 Industriebetriebe mit knapp 44.000 Beschäftigten dokumentieren in der aktuellen Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Steiermark (IV) die derzeit gute wirtschaftliche Situation und prognostizieren der heimischen Konjunktur auch in den kommenden Monaten einen Aufwärtstrend. Die Beurteilung der Auftragsbestände saldierte im Vorquartal bei +39 und stieg auf +61. Der steirischen Geschäftsklima-Index, der die aktuelle und die erwartete Geschäftslage abbildet, liegt mit 49,7 deutlich über dem Bundesschnitt von 39,2.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Auslandsaufträge: Keines der 57 Unternehmen meldet derzeit schlechte Entwicklungen im Export, mehr als die Hälfte (58 Prozent) ist hingegen mit dem Geschäftsgang auf den globalen Märkten zufrieden.

Ein Drittel auf Personalsuche – regionaler Kraftakt nötig
Gefragt nach den Personalplanzahlen für das dritte Quartal 2017 geben 64 Prozent der Betriebe an, den Personalstand halten zu wollen. Lediglich 3 Prozent planen einen Personalabbau, während 33 Prozent mit steigendem Mitarbeiterstand rechnen. „Der produzierende Bereich ist eine der treibenden Kräfte hinter dem Beschäftigungsanstieg der letzten Monate in der Steiermark. Inwieweit die Industrie auch ihre aktuellen Personalpläne realisieren wird können, hängt naturgemäß stark an der Frage der Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal.“, betont IV-Steiermark Geschäftsführer Gernot Pagger. Aktuelle gemeinsame Anstrengungen von AMS, Bildungseinrichtungen und Industrie in der Ausbildung von Software- und Programmierexperten seien beispielgebend auch für andere Themenfelder. „Es gilt die Kräfte in der Region zu bündeln, um den Konjunkturimpuls am steirischen Arbeitsmarkt bestmöglich abbilden zu können.“, so Pagger.

Optimismus für 2017 hält
Für die kommenden sechs Monate erwartet die steirische Industrie keine Verschlechterung der Auftrags- und Ertragslage. Der Index der Geschäftslage in sechs Monaten liegt bei +31, jener der Ertragslage bei +23. Gernot Pagger dazu: „Alle in das vierte Quartal reichenden Indikatoren liegen im positiven Bereich – der Optimismus hält somit bis Jahresende.

Standort jetzt modernisieren
Aus Sicht der IV-Steiermark darf die nach einer langen Phase der Stagnation nun wieder erfreuliche Konjunkturlage jedoch weder Anlass für neue, noch Grund zur weiteren Verzögerung bei der längst überfälligen Beseitigung bestehender Belastungen für Betriebe sein. „Die endlich wieder gute Auftragslage ist kein Grund sich in Sachen Standortrahmenbedingungen zurück zu lehnen. Die Wiedergewinnung von Planbarkeit für Investitionen, der Abbau der Bürokratie und die Schaffung eines modernen arbeitszeitrechtlichen Rahmens bleiben Gebot der Stunde.“, unterstreicht Pagger die Anliegen der IV-Steiermark.

 

 

Die IV-Konjunkturumfrage: Zur Befragungsmethode

An der jüngsten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Steiermark beteiligten sich 57 Unternehmen mit rund 40.000 Beschäftigten. Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt folgende Methode zur Anwendung: den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, sodann wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.

 

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