Große Chancen durch Big Data

Das Know-Center der TU Graz bringt Wissenschaft und Forschung in die Wirtschaft und zeigt bei einer Veranstaltung, wie Unternehmen vom intelligenten Umgang mit Daten profitieren können.

Big Data - ein Begriff, der weit mehr beinhaltet als das Auftreten von immer größeren Datenmengen. Stefanie Lindstaedt, Managing & Scientific Director des Know-Centers, definiert den Terminus viel konkreter: "Big Data ist für uns alles, was zu umfangreich für konventionelle Methoden der Datenverarbeitung ist, um gewinnbringend analysiert und verarbeitet zu werden." Und genau da setzt das Know-Center an. In der "Enabling Space"-Veranstaltung der Steirischer Wirtschaftsförderung SFG und Industriellenvereinigung Steiermark am 18. September im Know-Center in der Grazer Inffeldgasse 13 konnten sich die mehr als 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Know-how dieser Institution ein Bild machen - oder auch mehrere. Das Know-Center hat neben seiner Brückenfunktion zur Wirtschaft mit zahlreichen Kooperationen auch Dienstleistungsfunktion. Es bietet modernste Laborinfrastruktur, ist Ausbildungsstätte für Data-Scientists und entwickelt innovative Software-Lösungen für die Wirtschaft.  Der richtige Rahmen also für die Veranstaltungsreihe "Enabling Space". Sie soll Räume schaffen für Wissensvermittlung und Treffpunkt sein von Wissenschaft und Wirtschaft, Unternehmen und Universität. Und genau das passierte im Know-Center. In sechs moderierten Thementischen wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von den Know-Center-Experten Einblicke in die Themen und Trends von Big Data gewährt – und wie sie ganz konkret damit umgehen und davon profitieren können.

Eine Veranstaltung, viele Themen
Daten-Plattformen und datengetriebene Geschäftsmodelle wurden von Gert Breitfuss am Data Economy-Tisch thematisiert. Hier geht es darum, die im Unternehmen vorhandenen Daten so zu nutzen, dass sie einen Mehrwert für Unternehmen und Kunden schaffen und in weiterer Folge ein zusätzliches Geschäftsmodell daraus zu machen. Basis dafür ist meist ein gesteuerter Prozess, der auch von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hinterfragt wurde, ebenso wie der Datenschutz. An einem weiteren Thementisch stand Stefan Mangard als Experte für Data Mangement & Security den Teilnehmern für Antworten zur Verfügung. Hier standen die Sicherheits-Herausforderungen, die das Internet Of Things und die Cloud-Security mit sich bringen, im Fokus der - gestellten Fragen. Wie kann ich mehr Informationen aus meinen vorhandenen Daten holen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Roman Kern am Knowledge Discovery-Tisch: aus einer Vielzahl bekannter Daten kann man mit Hilfe innovativer Methoden und Algorithmen neue Erkenntnisse ziehen und sie erfolgreich im Unternehmen einsetzen. Lerne den Markt und deine Kunden besser kennen, so könnte man die Agenda von Dominik Kowald bezeichnen. Social Computing beziehungsweise die Analyse von Interaktion in sozialen Netzwerken und deren praktische Anwendbarkeit standen im Zentrum seines Thementisches. Übrigens auch mit ganz alltäglichen Problemen - etwa wie komme ich aus der "Filter Bubble", also dem Phänomen, dass der User immer mit den gleichen Themen und (Werbe-)Inhalten konfrontiert wird? Learning 4.0 war das Thema von Stefan Thalmann. Gerade im Kontext der Industrie 4.0 braucht es neue Lehr- und Lernmethoden. Es gilt, innerhalb kürzester Zeit im Unternehmen Wissen zu vermitteln. Konventionelle Methoden sind dafür zu langsam und ineffizient – wer will oder kann heute noch lange, hoch komplexe Texte lesen? Moderne Formen und Formate, etwa integriertes Lernen mit einem Mix aus verschiedenen Medien oder auch "Gamification", also mit spielerischen Elementen Lernen fördern, sind zeitgemäße Instrumente zur Wissensvermittlung. Gut in diesen Kontext passt auch die Visual Analytics und Augmented Reality, der sich Vedran Sabol und Eduardo Veas verschrieben haben. Sie sorgt mit ihren innovativen Visualisierungsmethoden dafür, dass große Datenmenge und deren Analyse leicht verständlich zu vermitteln sind und sogar neue Zusammenhänge erkennen lassen. Ein Bild sagt eben immer noch mehr als tausend Daten.

http://www.know-center.tugraz.at/

https://www.sfg.at/cms/4306/
 

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