Pressemeldungen IV-Steiermark

Wirtschaftsexperten zeigten nachhaltige Lösungswege aus der Krise auf

Die Spitzen der steirischen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien trafen sich nach zwei Jahren am 20. April 2022 wieder in Präsenz zum 32. Konjunkturgespräch. Gastgeber Raiffeisen-Generaldirektor Martin Schaller begrüßte etwa 400 Gäste in der RLB-Zentrale in Raaba-Grambach. Motto des steirischen Wirtschafts-Gipfels: "WIR schafft Wirtschaft: Das Comeback von ‚Made in Europe‘“.

Schaller hob in seiner Begrüßung die enorme Resilienz der steirischen Wirtschaft hervor, das hätten die letzten zwei herausfordernden Jahre und die aktuelle Ukraine-Krise gezeigt. Das beweise einmal mehr, dass die Steiermark zurecht als einer der innovativsten Region Europas gelte, so Schaller: „Die Wirtschaft war gemeinsam imstande, sich rasch an neue Situationen anzupassen und neue Geschäftswege zu erschließen. Diese Innovationskraft und der gleichzeitige Zusammenhalt stärken den Wirtschaftsstandort nicht nur in Krisenzeiten, sondern geben Mut für künftige Herausforderungen.“ Ferner sei das Bewusstsein für Produktionen in Europa in der Gesellschaft stark gestiegen, die vermehrt auf Interesse stoßen.

Schaller: Herausfordernde Zeiten erfordern ein innovatives Miteinander
Herausfordernde Zeiten schaffe man eben nicht Gegeneinander, auch nicht nebeneinander, sondern nur miteinander: „Wir gibt unheimlich viel Kraft, Mut und Zuversicht. Und genau das wollen wir auch in Zukunft weiter beweisen“, erklärte der RLB-Generaldirektor. Dazu präsentierte Schaller beeindruckende Zahlen: Raiffeisen ist als Partner stets zur Stelle, wenn es darum geht, Handelsbeziehungen mit Europa und der Welt zu unterstützen. Das sei wichtig, so Schaller, denn allein 25 Milliarden Euro beträgt das steirische Exportvolumen - 180.000 Arbeitsplätze sind damit verbunden. Zudem wachsen exportierende Unternehmen um 50 Prozent stärker als das BIP.

Helmenstein: „Krisen beschleunigen Ausstieg aus fossiler Energienutzung“
Auf welche großen Themen in der Zukunft die steirische und europäische Politik und Wirtschaft stärker den Fokus legen müsse, führte Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung Österreich, aus. Gleichzeitig warf er in seinem Vortrag zum Denken anregende Fragen auf: „Prosperität 2.0? Schon zur Jahreswende zeichnete sich ab, dass 2022 ein Jahr der Superlative werden würde: Zu verzeichnen wären das stärkste Zwei-Jahres-Wachstum seit fast fünfzig Jahren, aber auch die höchste Inflation seit mehr als vierzig Jahren. Doch mit dem Krieg in der Ukraine wird 2022 auch als Jahr einer Zeitenwende in die Annalen eingehen, welches den beschleunigten Ausstieg aus fossiler Energienutzung ebenso wie das Wiederaufflammen der schon totgesagten Inflation markiert.“ Die EZB hätte zur Dämpfung der Inflation längst mit Zinsanhebungen reagieren müssen, führte der Ökonom aus. Zum Thema Lieferketten sieht Helmenstein die Notwendigkeit, diese viel stärker zu diversifizieren, was neue Chancen für den Produktionsstandort Europa biete.

Herlitschka: „Neue Rahmenbedingungen für Veränderungen in der Digitalisierung und beim Klimaschutz nutzen“
Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria AG, ging in ihrer Key-note auf die Notwendigkeit der selbstständigen Weiterentwicklung ein: „Technologie ist heute weltweit ein zentraler gestaltender Faktor in allen Bereichen unserer Gesellschaft, sie verbindet die reale mit der digitalen Welt. Die Corona-Pandemie hat die strategische Bedeutung von Technologiesouveränität und Investitionen in die gesamte Wertschöpfungskette in Europa sehr deutlich aufgezeigt. Wir haben jetzt die Chance, die neuen Rahmenbedingungen für Veränderungen auf vielen Ebenen zu nutzen - insbesondere für eine kluge Digitalisierung und den Klimaschutz. Der ‚European Chips Act‘ ist ein wichtiger und richtiger Schritt zur Stärkung unserer Innovationskraft im globalen Wettbewerb.“