IV-Steiermark-News

Steirische Sozialpartner und Junge Industrie zur 15a-Vereinbarung:

1. Schritt eines langen Weges jedoch mit verpassten Chancen

Die heute präsentierte 15a-Vereinbarung werten die steirischen Sozialpartner und die Junge Industrie (JI) Steiermark als „grundsätzlich positiv und als einen ersten wichtigen Schritt. Für das Ziel einer qualitätsvollen und flexiblen Elementarbildung und Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag ist jedoch noch ein Reformboost nötig“, so die Vizepräsidentinnen Helga Ahrer (ÖGB), Patricia Berger (AK), Gabi Lechner (WKO), Maria Pein (LK) sowie die Vorsitzende der JI Steiermark Julia Aichhorn.

Kein Ausbau ohne Ausbildungsoffensive für Pädagog:innen
Gerade bei der Betreuung der unter 3-Jährigen ist die Steiermark Schlusslicht im österreichischen Bundesländervergleich - die angekündigte deutliche Mittelaufstockung um 40 Prozent ist daher überfällig und muss vor allem auch in die Ausweitung der Öffnungszeiten fließen. Positiv beurteilen Sozialpartner und JI Steiermark das Bekenntnis zur Umsetzung des längst vereinbarten Barcelona-Ziels, das Familien entlastet und Vollzeitbeschäftigung ermöglicht. Fraglich ist jedoch, „wie“ dieses Vorhaben beim aktuellen Fachkräftemangel in der Elementarpädagogik umgesetzt werden kann. „Ohne Ausbildungsoffensive für angehende Pädagog:innen sowie die Qualifizierung von Quereinsteiger:innen wird ein flächendeckender Ausbau nicht zu stemmen sein“, halten die Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertreterinnen fest und meinen weiter: „Die Erweiterung des Angebots, Gruppengrößen zu verkleinern und Betreuungsschlüssel zu senken, wird ohne Attraktivierung des Berufsfeldes Elementarpädagogik zur Sisyphus-Aufgabe, die zulasten unserer Kinder geht.“

Chance auf einheitliche Qualitätsstandards verpasst – Flexible Mittel klug einsetzen
Kritisch äußern sich die steirischen Sozialpartner und die JI Steiermark auch zu den nicht gelungenen einheitlichen Qualitätsstandards. Diese wären aus ihrer Sicht hoch an der Zeit und stünden für die Chancengleichheit aller in Österreich lebenden Kinder. „Wir hoffen hier auf den avisierten Austausch im Rahmen der Elementarpädagogik-Vertreter:innen Konferenz. Einheitliche Standards stehen schließlich für ein qualitativ hochwertiges Angebot unabhängig vom Betreuungsort sowie für größtmögliche Transparenz.“

Eine Chance Elementarpädagogik in der Steiermark zu stärken, orten die Vizepräsidentinnen und Landesvorsitzenden in der angekündigten Flexibilität des Mitteleinsatzes. Ein kluger und vor allem bedarfsorientierter Zugang ist hier nötig – an Ideen und Konzepten würde es jedenfalls nicht mangeln. Wichtig ist es für alle Vorhaben rasch in die Umsetzung zu kommen und so die Lebensqualität von Pädagog:innen, Eltern und Kindern zu steigern. Eine zügige Umsetzung erhöht zudem die Planungssicherheit für Familien in Hinblick auf den Wiedereinstiegszeitpunkt, von Gemeinden in Hinblick auf die Finanzierung sowie jene der Unternehmen in Hinblick auf die Verfügbarkeit von Fachkräften.